Liebe Deutschländer(-ellas),
bis Mitte Oktober haben wir das Haus wieder für uns. Vor wenigen Tagen habe ich meine Cousine verabschiedet, die 10 Tage die Insel genoß. Auch ich kam mal wieder zum wandern und glotzen, während Tom die Kohle ranschaffte
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Die erste Tour ging in Santa Cruz los. Ehe wir nach dem Wanderführer den Anfang vom Wanderweg gefunden haben, krochen wir schon auf dem Zahnfleisch. Danach kraxelten wir durch die Vororte von Santa Cruz und erhaschten immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Stadt, die direkt am Meer liegt, mit dem Hafen und dem winzigwinzig kleinen Industriegebiet und noch ein bisschen weiter, das neu erschaffene Monster: der Flughafen. Die Aussicht vom Mirador de la Concepción, die Mandelernte und der Maulbeerbaum haben den steilen Anstieg wieder ausgebügelt.
Als wir Santa Cruz von der anderen Seite wieder näher kamen, und schon frohlockten, nach 4-5 Stunden rumlatschen unserem Ziel sehr nahe zu sein, stellten sich uns ein paar Köter in den Weg, die andere, größere Köter hinter einem Zaun, durch ihr Gekläffe auf uns aufmerksam machten. Wir waren ausgesprochen angepisst von frei laufenden Bestien und wollten natürlich nicht den Rundweg zurücklaufen. Also gingen wir zu der kleinen Menschengruppe, an der wir zwei Minuten vorher vorbeiliefen, mit roten, triefenden Maulbeerhänden, und fragten, wem die gehören. Der Besitzer war dabei und er schickte uns mit seinem Sohn wieder runter. Der brauchte bloß aus 10m Entfernung etwas sagen und die Hunde waren mucksmäuschenstill, haben den Schwanz zwischen die Hinterläufer geklemmt und den Kopf demütig nach unten gehalten. Was das für „Herrchen“ waren, kann man sich ausmalen.
Und als wir nur noch 5 Minuten über Santa Cruz waren, kamen wir an einen Zaun, an dem ein Kampfhund angekettet war und der Weg war nicht breit. Der Hund verzottelte sich so mit seiner Kette, dass er sich kaum noch bewegen konnte, wedelte aber mit dem Schwanz, als wir kamen. Der tat mir so leid, trotzdem ich mir beinahe in die Hosen gemacht hab vor Angst… also pressten wir uns gegen die Wand, an dem armen Tier vorbei und glaubten es gar nicht, unten angekommen zu sein.

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Die zweite Tour war in die Caldera von unten, weil ich Claudia zeigen wollte, wie schön das Wasser aus den Bergen da unten als fließender Bach langplätschert. Aber die Caldera war ausgetrocknet, und da wir kein Trinkwasser hatten, wollte ich nicht weiter hinein, auf gut Glück, dass wir doch noch Wasser finden.
Und unsere gemeinsame dritte Tour war in den Norden, wo ich schon seit Ewigkeiten mal wieder durch üppige, grüne, feuchte Wälder laufen wollte. Es war herrlich, es war wunderbar. Wenn ich neben dem Meer was liebe, dann ist es Wald, und wo wir schon mal bei den Natuspektakeln sind: erst recht den Tom. Die 600m Höhenunterschied waren selbstverständlich nich ganz so locker und flockig.

Aber jetzt ist wieder Normalprogramm angesagt. Am Freitag hatten wir einen sehr mauen Kickerabend (wir waren nur zu siebend, blöde Zahl zum kickern) und sind danach in die Bar Central gefahren (worden), weil einer von unseren Bekannten dort aufgelegt hat, und zwar nich schlecht. Schlecht war nur die Gastro drumrum. Die Leute saßen an den Tischen, aßen, tranken, unterhielten sich, die Beleuchtung war zum essen gut, zum tanzen weniger. Erst gegen 12 wurde das Licht geändert.
All das und viele Kleinigkeiten haben einfach nicht zusammengepasst und das war schade, denn selten hab ich Lust zu tanzen, und die Musik wollte sofort in meine Beine und meinen Körper zum wackeln bringen. Nix zu machen. Ziemlich blau sind wir also wieder nach Hause gefahren (worden).
Gestern sind wir mit Frank, einem weiteren Bekannten, rüber auf die andere Seite. Frank fragte uns am Kicker-Abend ob wir Karl kennen. Karl kocht wahnsinnig gut und es lohnt sich mal da rüber zu fahren, denn es gibt viel zu sehen. Meine Herren. Den halben Sonntag waren wir bei Karl, der ein Riesengrundstück pö a pö aufgebaut hat, aus allem, was er je in seinem Leben gefunden hat, hat er was zusammengebastelt (und der Mann is schon alt). Es gab soviel zu sehen. Der Kellner hatte ein abgefahrenes Outfit an und ist eigentlich Gärtner. Und dieses „Restaurant“ ist eigentlich keins, sondern offiziell ein Kochclub, mit mehreren Zimmern und mehreren Tischen und zwei Weinsorten (rot und weiß und lecker), Pferde, Hunde, Katzen, Teiche, Fische, Schildkröten, Pflanzen und lauter kleinen Séparées im Freien, mit aus leeren Weinflaschen gebauten Mäuerchen und Sitzgelegenheiten. Überall baumelte was, alles war zusammengesammelt und verwertet. Und wie Tom ganz richtig bemerkte, es spottet jeder Beschreibung. Unmöglich wiederzugeben, was der Mann alles gemacht hat, wenn er nicht Sonntags seine Gäste mit einer hervorragenden Küche bekochte. Und der Knüller kam ganz unverhofft. Ein Russisches Paar, er Akkordeon, sie Stimme. Und was für eine. Opernsängerin nenn ich das mal. Alta, was für ein Organ. In dem winzig kleinen Raum schallten die Wände die ohnehin schon schallende Stimme wieder. Und einmal hatte ich Angst um die guten Weingläser. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, hatten die Beiden sympathischen Musikgelehrten auch noch ihren 13. Hochzeitstag.
Genug jetzt. Die Blogartikellänge is überschritten. Ich will hier niemanden seiner Konzentration berauben. Und wenn doch, dann seht zu wie ihr damit klar kommt.
Angenehmen Start in die Woche, lasst euch von der Politik oder dem Wetter nich die Hosen runterziehn, sondern machts wie Piffi und geht baden. Janz nass oda jar nich, aber keen halbseidenet Rumjeplätscher.
Bis nextes Mal,
T&S